Mittwoch, 4. November 2015

Die Geschichte von ENGEL-NETZE - 1951 bis heute

Firmengründer Hermann Engel

In dritter Generation stellt das Traditionsunternehmen ENGEL-NETZE GmbH & Co. KG bereits Netze für Fischfang und Industrie her und ist in diesem Bereich weltweitbekannt für die hohe Qualität seiner Produkte bei konstanten Preisen sowie dem ständigen Streben nach Innovation um für die sich laufend ändernden Marktverhältnissen stets auf der Höhe der Zeit angepasst zu sein.

Begonnen hat die Geschichte der Firma ENGEL-NETZE im Jahr 1922. Firmengründer Hermann Engel begann zu dieser Zeit als Fischereigehilfe bei der Großfischerei Otto Rosengarten in Warenan der Müritz zu arbeiten. Hier legte er 1925 seine Gesellenprüfung ab und nach sechs Jahren als Fischergeselle auf der Müritz folgte im Jahr 1931 die Fischmeisterprüfung bei der Landwirtschaftskammer Mecklenburg-Schwerin. 1935 gründete Hermann Engel einen Betrieb für Binnenfischerei in Dramburg (Pommern) und baute diesen bis 1945 zu einem der größten und modernsten in Pommern aus. Mit Ende des zweiten Weltkriegs ging der Betrieb in Pommern verloren und Hermann Engel begann eine Anstellung als Betriebsleiter einer Netzmacherei in Glückstadt an der Elbe um wenige Jahre später seinen eigenen Betrieb zu gründen.

Belegschaft der Netzmacherei Hermann Engel, 1951

Am 1. Mai 1951 erfolgte die Anmeldung eines „stehendes Gewerbes“ als „Netzmacherei Hermann Engel“ am Seefischmarkt in Kiel. Potentielle Kunden waren vorhanden, denn neben den bereits an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins ansässigen Fischern hatten sehr viele Küstenfischer aus Ost- und Westpreußen sowie aus Pommern in Kiel eine neue Heimat gefunden. Die ersten Aufträge waren Reparaturarbeiten an Schleppnetzen und wurden mangels Räumlichkeiten bei Wind und Wetter im Freien abgearbeitet. Diese Aufträge gaben Hermann Engel die Möglichkeit sich eingehender mit den für einen Binnenfischer unbekannten Schleppnetzen auseinanderzusetzen und Ideen zur Verbesserung dieses bis dahin sehr traditionell eingesetzten Fanggeräts umzusetzen. Schnell sprachen sich die höheren Fangerfolge durch die optimierten Netze rum und Hermann Engel erhielt die ersten Aufträge zur Konstruktion kompletter Schleppnetze. Dies ermöglichte ihm einen für damalige Verhältnisse modernen Netzboden im Dachgeschoss eines Fischverarbeitungsbetriebs in Kiel einzurichten.

Im Jahr 1954 begann der ältere Sohn Hans-Hermann Engel seine Lehre als Netzmacher im väterlichen Betrieb, 1959 folgte nach einer Lehre als Schiffsausrüster ebenfalls der zweite Sohn Manfred Engel um bei seinem Vater zu arbeiten. Netze wurden damals noch aus Baumwolle oder Manilagarn hergestellt, die trotz einiger Veredlungsverfahren nicht sehr lange hielten. Die Nachfrage nach Schleppnetzen war dementsprechend hoch und so hatte die Netzmacherei in Kiel für die Serienproduktion bald einen beachtlichen Mitarbeiterstamm, zumal sich die Fangerfolge der Netze im Ausland rumsprachen und die ersten Exportkunden bei Engel bestellten. Ende der 50er Jahre wurde mehr und mehr Nylon als Netzgarn verstrickt, welches sich als sehr viel robuster erwies und sich bei der Produktion von Schleppnetzen durchsetzte. 

Netzboden in Bremerhaven, 1974Mit Einführung des Nylonnetzwerkes wurden bald ebenfalls die ersten pelagischen Schleppnetze für den Einsatz im freien Wasser entwickelt und erprobt. Engel war maßgeblich an der Entwicklung und der Konstruktion dieser Netze beteiligt, mit denen schon bald die Fischdampfer der Hochseefischerei ausgerüstet wurden. Der Netzboden in Kiel wurde zu klein um den Bedürfnissen der Hochseefischerei gerecht zu werden. So beschloss Engel 1969 den Hauptbetrieb von Kiel nach Bremerhaven umzusiedeln, zumal der größte Teil der Hochseeflotte in Fanggründen in der Nordsee fischte. Zuvor hatte Engel bereits zwei kleinere Niederlassungen in Büsum und Cuxhaven gegründet. In Bremerhaven entstand eine moderne Netzfabrik mit drei bis zu 100 Meter langen Montage- und Lagerhallen. In diesen Jahren erlebte die Firma einen wahren Boom, denn die bei Engel konstruierten Netze sorgten, dank ihrer beeindruckenden Fangerfolge, von Alaska über Südamerika bis hin nach Afrika und Neuseeland für Aufsehen. Aus Der „Netzmacherei Hermann Engel“ wurde zu dieser Zeit die ENGEL-NETZE GmbH & Co. KG. Hermann Engel ging 1971, im Alter von 65 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Die beiden Söhne Hans-Hermann und Manfred übernahmen die Geschäftsanteile und bauten das Unternehmen weiter aus.

Blick in das umfangreiche Lager von ENGEL-NETZE (Halle 2)Durch die schrittweise Ausdehnung der Hoheitsgewässer und dem damit verbundenen Verlust der wichtigsten Fangplätze der Hochseeflotte war eine Kursänderung der ENGEL-NETZE GmbH & Co. KG vonnöten, denn die verbliebenen Fanggebiete wurden lediglich noch von einigen wenigen Fabrikschiffen und Kuttern befischt. Die Nachfrage nach Schleppnetzen sank immer weiter. Dieser Prozess zog sich über einen Zeitraum von ca. 20 Jahren hin. Rechtzeitig erkannte die Geschäftsführung diese Entwicklung hinsichtlich des Niedergangs der deutschen Hochseefischerei und begann bereits Mitte der 80er Jahre mit einer Ausrichtung auf Kunden in der Küsten-, Binnenfischerei und Teichwirtschaft. Mit großer Beharrlichkeit und großen Investitionen wurde die Produktpalette hinsichtlich der neuen Zielsetzung umgebaut und später im Hinblick auf die zahlreichen Fischer aus den neuen Bundesländern weiter ausgebaut. Heute ist die Belieferung dieser Kundenkreise in Deutschland sowie der EU das Kerngeschäft des Unternehmens. Der umfangreiche Katalog der ENGEL-NETZE GmbH & Co. KG ist ein beliebtes Handbuch für Fischer geworden, so bietet er neben ca. 2.500 Artikeln ebenfalls viele Informationen und Know-How rund um Netze und Fischereibedarf. Ein moderner Webshop, in deutscher sowie englischer Sprache, erreichbar unter www.engelnetze.com erweitert die Vertriebswege des Betriebes. 

Im Jahr 2009 und 2010 schieden Manfred und Hans-Hermann Engel aus dem Unternehmen aus. Sie stehen dem Unternehmen weiterhin mit all ihrer Erfahrung bei besonderen Projekten bei. Der Fortbestand des weit über die Grenzen Deutschlands für seine hohe Qualität bekannten Traditionsunternehmens ENGEL-NETZE wird nun in der dritten Generation durch Manfred Engels Söhne Michael (seit 2006) und Markus (seit 2008) gesichert.

Die ENGEL-NETZE GmbH & Co. KG ist heute einer der vielseitigsten Lieferanten für Fischereiausrüstung in Europa. Das Betriebsgelände hat eine Fläche von 7.600 qm. Die bebaute Fläche beträgt 4.400 qm. Auf 4.000 qm Hallenfläche werden neben Fanggeräten für die Hochsee-, Küsten- und Binnenfischerei ebenfalls technische Netze für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen hergestellt. Zudem lagern hier mehr als 5.000 verschiedene Artikel, von Seilen, Garnen und Metallwaren bis hin zu Arbeitsschutzkleidung und können direkt ab Lager an die Kunden in der ganzen Welt versandt werden.

Ihr Kommentar

Kommentare (2)

G
Gast | Vor 2 Jahren

Hi I’m after nets for Lough neagh mmsq 33 till 36, 210d/2. Nylon multifilament

M
michael.engel@engel-netze.de | Vor 2 Jahren

Good day,
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